Samuel Hahnemann
DR. CHRISTIAN FRIEDRICH SAMUEL HAHNEMANN (1755-1843) - Der Begründer der Homöopathie -
Die Homöopathie ist eine über 200 Jahre alte Therapie, begründet
von Christian Friedrich Samuel Hahnemann, der am 10 . April 1755 in Meißen als
Sohn eines Porzellanmalers geboren wurde.
Samuel Hahnemann besuchte die Meißener Stadtschule. 1775 begann er sein
Medizinstudium in Leipzig. Sein Studium finanzierte er sich mit
Fremdsprachenunterricht und Übersetzungen medizinischer Werke ins Deutsche. Als
einer der angesehensten Übersetzer seiner Zeit beherrschte er sieben Sprachen.
Sein Studium der Medizin schloss Hahnemann 1779 in Erlangen mit dem
Doktorexamen ab.
1780 liess er sich als Arzt mit seiner Praxis in Hettstedt nieder. Die damals
vorherrschenden medizinischen Verfahren - exzessive Aderlasse, Brech- und
Abführkuren, die häufig tödlich endeten, und Verabreichen von starken
Medikamenten aus Blei, Quecksilber oder Arsen, die die Patienten vergifteten,
bewogen ihn jedoch, seine Praxis aufzugeben. 1781 absolvierte er eine
Ausbildung in praktischer Pharmazie in der Mohren-Apotheke in Dessau. 1782
heiratete er Henriette Küchler (1764–1830), die Adoptivtochter des Besitzers
der
Mohren-Apotheke, mit der er elf Kinder hatte. Er liess sich sodann in Gommers
als Physikus (beamteter Arzt) nieder und verfasste seine erste ärztliche
Abhandlung „Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen“.
Von 1785 bis 1789 beschäftigte er sich, nun mit seiner Familie in Dresden
ansässig, mit weiteren Übersetzungen. 1789 zog er nach Lockwitz und später nach
Leipzig um.
Dort übersetzte er die zweibändige Arzneimittellehre des Schotten Dr. William
Cullen. Eine These Cullens darin, dass die Wirkung der Chinarinde bei Malaria
(„Wechselfieber“) auf dessen magenstärkende Eigenschaft zurück zu führen sei,
stellte Hahnemann in Frage. Er führte einen Selbstversuch durch, um die Wirkung
der Chinarinde auf den gesunden Organismus zu prüfen. Hahnemann wiederholte die
Einnahme der Chinarinde so oft, bis sein Körper mit allen malariaähnlichen
Symptomen reagierte. Daraus zog er den Schluss, wenn Chinarinde in einem
gesunden Organismus der Malaria ähnliche Symptome produzieren kann, besitzt sie
womöglich auch heilende Eigenschaften bei einem Patienten, der an Malaria
typischen Symptomen erkrankt ist. Ein genialer Gedankengang Hahnemanns - ein
Meilenstein in der Geschichte der Homöopathie!
In den Folgejahren führte Hahnemann zunächst an sich selbst und seinen
Familienmitgliedern und später an seinen Schülern Arzneimittelprüfungen mit
verschiedenen Substanzen durch. Während dieser Zeit prägte Hahnemann die
Begriffe Homöopathie (homoios, gr. = ähnlich; pathos, gr. = Leiden) und Similia
similibus curentur (Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden). Hahnemann
empfahl die Einnahme von jeweils nur einem Arzneimittel in kleinen Dosen. Dies
begründete er in seiner Schrift „Über die Kraft kleiner Gaben der Arzneien
überhaupt und der Belladonna insbesondere“ in Hufelands „Journal der practischen
Arzneykunde“.
1810 veröffentlichte er erstmals sein Hauptwerk „Organon der Heilkunst“, damals
noch unter dem Titel „Organon der rationellen Heilkunde“, in dem die Grundlagen
und Gesetze der Homöopathie festgehalten sind. Dieses Werk hat bis zum heutigen
Zeitpunkt seine Gültigkeit. 1811 folgte, nunmehr abermals in Leipzig ansässig,
sein erster Band der „Reinen Arzneimittellehre“, der im Jahre 1821 schliesslich
sechs Bände umfasste. 1821 zog Hahnemann nach vielen vorherigen Ortswechsels
nach Köthen, wo 1828–1830 sein mehrere Bände umfassendes Werk „Die chronischen
Krankheiten“ erschien. In diesem Werk lehrt Hahnemann die von ihm entdeckten
Miasmen Psora, Syphilis und Sykosis als die Entfaltung chronischer Krankheiten
und deren Behandlung und Heilung mittels Arzneien, die er Antipsorika,
Antisyphilitika und Antisykotika nannte.
1830 starb seine Ehefrau Henriette. Im Jahre 1834 lernte Hahnemann die 35
jährige französische Malerin und Dichterin Melanie d´Hervilly kennen, die ihn
in Köthen konsultierte. Ein Jahr später heirateten Hahnemann und d´Hervilly und
zogen im selben Jahr nach Paris. In den letzten Jahren vor seinem Tode
arbeitete Hahnemann an der 6. Auflage des Organon, das auch die von ihm
entwickelte Methode zur Anwendung der Q-Potenzen enthält. In Paris führte
Hahnemann als angesehener und vielbeschäftigter Arzt eine umfangreiche Praxis,
die er bis wenige Wochen vor seinem Tode ausübte. Seine Erfolge bei unzähligen
Patienten aus aller Herren Länder trugen zur Verbreitung der Homöopathie in der
ganzen Welt bei.
Am 02. Juli 1843 starb Samuel Hahnemann. Sein heute noch zugängliches Grab
befindet sich auf dem Prominentenfriedhof "Père Lachaise" in Paris.
Sein Grabstein trägt die Inschrift:
Non inutilis vixi" - "Ich habe nicht unnütz gelebt"