Artgerechte Ernährung
Artgerecht und naturnah - was bedeutet das nun ganz praktisch?
Mit etwas Hintergrundwissen über das Verhalten der wildlebenden Artgenossen
wird deutlich, welche Nahrungsansprüche unsere Haustiere haben:
Der Haushund (canis lupus
familiaris) zählt wie sein Vorfahre, der Wolf, zur Ordnung der Carnivora, der
Raubtiere und ist ein Fleischfresser.Von seiner Anatomie und Physiologie her
ist er darauf ausgerichtet, Beutetiere zu ergreifen und zu fressen. Von seinen
Beutetieren frisst der Wolf alle Bestandteile bis auf die größeren Knochen,
einen Großteil von Haut und Fell, und einen Teil des Magen-Darm-Inhalts. Neben
den Beutetieren frisst der Wolf auch Gräser, Kräuter, Wurzeln, Obst, Beeren,
Kot von Pflanzenfressern und Insekten. Natürlich alles roh und unbehandelt und
in der Menge, wie es in der Natur den Jahreszeiten entsprechend verfügbar ist.
Auch die Hauskatze (felis
silvestris f.catus)gehört zur Ordnung der Carnivora, der Raubtiere, und zählt
zu den Fleischfressern. Ihre natürliche Nahrung besteht hauptsächlich aus
Mäusen, Vögel und anderen kleinen Nagetieren. Pflanzliche Nährstoffe nimmt sie
über vorverdauten Mageninhaltihrer Beutetier und über Gräser auf. Von ihrer
Anatomie und Physiologie her ist die Katze auf das Erbeuten, Fressen und
Verdauen von Fleisch ausgerichtet.
Die Hauskaninchen, die
domestizierte Form der Wildkaninchen (oryctolagus cuniculus), gehören zu den
Pflanzenfressern (Herbivore). Auf ihren Speiseplan gehören daher in allererster
Linie Heu, Kräuterpflanzen, frisches Grünfutter und Gemüse, außerdem Zweige mit
Blättern.
Wildlebende Wellensittiche (melopsittacus
undulatus)in ihrem Heimatland Australien ernähren sich hauptsächlich von
Gräsern (Spinifex-, Mitchell´s- und Tussock-Gräsern) und wilder Hirse,
gelegentlich auch von Weizen von den Feldern der Farmer. Flüssigkeit nehmen sie
auf anWasserstellen, zu denen sie oftmals
Hunderte von Kilometern fliegen müssen, oder von den Tautropfen von Gräsern.
Die zahlreichen, teilweise schwersten
Erkrankungen, wie Autoimmunerkrankungen, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse,
Pankreasinsuffizienz, Diabetes, Krebs, Leber- und Nierenerkrankungen,
Gelenkerkrankungen, wiederkehrende Erkrankungen des Verdauungstraktes,
Übergewicht, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten bei unseren Haustieren
gehäuft auftreten – insbesondere seit den 1960er Jahren, seit dem das Füttern
von industriell hergestelltem Fertigfutter für Haustiere immer mehr zur
"Normalität" geworden ist - sind bei den wildlebenden Verwandten
unserer Haustiere in dieser Form so wohl kaum zu finden. Die genaue Herstellung,
Herkunft der Inhaltsstoffe und die Zusammensetzung von Fertigfutter,
insbesondere Trockenfutter, einmal genauer unter die Lupe genommen, fällt
schnell auf, dass diese Art der Fütterung mit der ursprünglichen natürlichen
Ernährungsweise der Wildtiere nichts gemeinsam hat.
Um sich der artgerechten und naturnahen
und damit gesund erhaltenden Ernährung wieder anzugleichen, ist die optimale
Ernährung für Hunde und Katzen die Frischfütterung, das sogenannten
Barfen (von B.A.R.F. = biologisch artgerechtes rohes Futter). Mit der
Frischfütterung wird versucht, so weit wie möglich die Ernährung von wild
lebenden Hunden und Katzen zu imitieren, indem selbst zusammen gestelltes rohes
Futter (Fleisch, Innereien, Knochen - alternativ eine Kalziumquelle wie
gemahlene Eierschalen -, Gemüse, Obst und hochwertige Öle) gefüttert wird.
Einen Futterplan zur Frischfütterung für
Ihren Hund oder Ihre Katze stelle ich Ihnen gerne zusammen.
Auch bei Kaninchen entspricht
eine Fütterung mit Trockenfutter in keinster Weise ihrer natürlichen Ernährungsweise.
Ihr Verdauungstrakt ist darauf nicht ausgerichtet und dementsprechend kann mit
dieser Art der Fütterung verschiedenen Erkrankungen Vorschub geleistet werden.
Daher ist auch auch bei der Ernährung vonKanincheneine weitestgehendwie in der
Natur vorkommende Ernährungsweiseunabdingbar. Neben den bereits oben
erwähnten Nahrungs-komponenten können auch Ölsaaten und Obst, jedoch eher
selten, gefüttert werden.
Bei der Fütterung von Wellensittichen sollte
unbedingt beachtet werden, dass kein Futter gefüttert wird, dass unnatürliche
und unnötige Zusätze enthält, wie Zucker, Honig, Salz, Öle, Fette,
Bäckereinebenerzeugnisse, Molkereiproduktie. Derartige Zusätze sind für den
Verdauungstrakt des Vogels nicht geeignet und können zu Übergewicht und
weiteren folgenschweren Erkrankungen füren. Reine Saatenmischungenstellen
dagegen eine geeignete Grundnahrungsquelle für die Vögel dar. Darüber hinaus
gehören auch Frischkost, dass heisstGemüse und Obst, aber auch Wildgräser und
-kräuterin ihren Napf.
Bei bereits erkrankten Haustieren gilt
es, einige Besonderheiten bei den einzelnen Futterkomponenten zu
berücksichtigen. Gleiches gilt für Tierbabys, Jungtiere und Senioren.
Sein Tier artgerecht zu ernähren, ist
nicht so kompliziert, wie es beim ersten Blick in manche Berechnungstabellen
oder Bücher zur Rohfütterung vielleicht erscheint! Benötigen Sie Hilfe bei der
Umsetzung auf eine frische Fütterung, stehe ich Ihnen gerne beratend zur Seite.